Abschlussbericht

Hey meine lieben Leser,

ich bin gut wieder in Deutschland angekommen und nun ist dies auch schon mein letzter Blogeintrag. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und ist für mich selber auch eine schöne Erinnerung und Reflexion meines Jahres. Für AFS habe ich noch einen Abschlussbericht geschrieben, den ich ihr gerne nochmal für euch veröffentlichen möchte, da meine ganzen Erfahrungen nocheinmal entwicklungspolitisch zusammengefasst werden.

Abschlussbericht

Lea Heise

México

August 2017- Juli 2018

Mein Freiwilligendienst ist nun zu Ende, doch mit diesem Abschlussbericht möchte ich noch einmal mein Jahr reflektieren und über meine Erfahrungen berichten.

Land und Leute

Mexiko ist ein unglaublich tolles, aufregendes, besonderes, fröhliches Land, voller herzlicher Menschen. Mein Eindurck über Land und Leute hat sich im Laufe des Jahres entwickelt. Am Anfang war alles neu, man musste sich erstmal daran gewöhnen, dass die Mexikaner so offen und gastfreundlich sind. Ich war gleich von jedem und jeder die Freundin und wurde überall eingeladen. Zuerst dachte ich, dies sei etwas oberflächlich, doch am Ende habe ich genau diese Einstellung geschätzt.

Zu Beginn war natürlich auch das Land etwas ganz Neues. Die Straßen und Häuser, die alle anders aussehen. Ungewohnt war, dass es an jeder Straße einen Laden gab oder irgendwer etwas verkauft hat. Am Ende habe ich es geschätzt, nur eben auf die andere Straßenseite zu gehen, um die Milch zu kaufen.

Zuerst war es eine Umstellung, von fast jedem angesehen zu werden, denn man ist als „güera“ schon aufgefallen und wurde auch oft mit diesem Wort angesprochen. Ich wurde auch oft einfach im Bus angesprochen und gefragt, wo ich herkomme oder was ich hier mache. Desweiteren wurde ich oft als etwas Besonderes gesehen, da ich aus Europa komme und somit besser behandelt als andere. Dies fand ich natürlich überhaupt nicht gut, da ich als „Mexikanerin“ gesehen werden wollte und mich genau wie jeder andere dort gefühlt habe. Dies habe ich dann auch immer sofort klargestellt. Doch schnell lernte ich mit diesen Situationen umzugehen, es zu ignorieren, wenn es unangenehm war oder freundlich zu antworten, wenn ich wirkliches Interesse gespürt habe.

Zuerst musste ich mich daran gewöhnen, dass es so viel Essen gibt und die Mexikaner den ganze Tag durchgängig essen, doch irgendwann hatte ich dann wohl auch einen größeren Magen und konnte viel mehr als in Deutschland verspeisen. Zum Beispiel auch scharfes Essen.

Am Anfang war es schwer für mich, dass meine Gastmutter nicht direkt Probleme mit mir besprochen hat, sondern sich an Dritte gewendet hat. Später habe ich dann verstanden, dass ich nicht zu direkt sein und die indirekte Kommunikation meiner Gastmutter respektieren sollte. Die Sprache war zuerst eine große Hürde, es war super anstrengend jeden Tag so viel Neues zu lernen, doch ich war überrascht, wie schnell man sich dann gut verständigen kann.

Ich habe sehr viel mit Gleichaltrigen unternommen, da ich Glück hatte, in meinen beiden Gastfamilien Geschwister in meinem Alter zu haben. Mein erster Gastbruder hat mich schon in den ersten Tagen mit seinen Freunden und zu seinen Tanzkursen mitgenommen. So waren dann später seine Freunde auch meine. Dadurch, dass ich fast jeden Tag abends zu Tanzkursen gegangen bin, habe ich dort auch viele Leute in meinem Alter getroffen. Desweiteren arbeitete ich in meinem Projekt mit Studenten zusammen, da es das Haus der Universität ist und somit meine Kollegen ebenfalls in meinem Alter waren.

Am Ende des Freiwilligendienst konnte ich sagen, dass ich schon fast eine Mexikanerin bin. Ich habe mich ohne Bedenken in jeden Bus und „Collectivo“ gesetzt, habe so scharfes Essen wie die Mexikaner gegessen, konnte meinen Po fast so gut bewegen wie eine Latina, hatte einen Haufen mexikanischer Freunde und Familie, die mich als Teil ihrer Gemeinschaft sahen, hatte einen mexikanischen Freund, den ich trotz der vielen kulturellen Unterschiede lieben gelernt habe, und der sich auch an viele Denkweisen meiner Kultur angepasst hat und ich habe sogar in Spanisch gedacht.

Die Mentalitäten sind sehr unterschiedlich. Ein großer Punkt ist die Pünktlichkeit, besser gesagt Unpünktlichkeit und Unverbindlichkeit der Mexikaner, an die ich mich wirklich gewöhnen musste.

Nie war irgendetwas sicher, es konnte sich alles noch fünf Minuten davor ändern, und ich habe auch mal Stunden auf Leute gewartet. Doch ich muss sagen, dass ich am Ende ein wirklich gelassener und geduldiger Mensch geworden bin, der gelernt hat, dass nicht die Welt untergeht, wenn etwas einmal nicht klappt und dass es für alles eine Lösung gibt.

Ein weiterer kultureller Unterschied ist das Zusammenleben in der Familie. Die Kinder wohnen noch sehr lange bei den Eltern und die Familie ist das Wichtigste. Desweiteren ist jeder sofort willkommen und eingeladen, und es dauert nicht so lange wie in Deutschland, bis man mit einer Person warm geworden ist. Außerdem teilt man, man gibt ab an Menschen, die weniger haben als man selbst, auch wenn man vielleicht selbst nicht viel hat. Den Zusammenhalt des Landes und der Leute habe ich nach dem Erdbeben erlebt. Fast jeder hat die wichtigsten Lebensmittel und Grunddinge zuammengesammelt und an die Gebiete, die es schwer getroffen hatte geschickt. Die Menschen haben zusammengehalten und sich um ihre Mitmenschen gesorgt und sie versorgt.

Arbeitsplatz

Nun komme ich zu meinem Arbeitsplatz. Ich habe im Casa Molino de San Roque, der Universidad Veracruzana gearbeitet. Das ist ein Gemeinschaftshaus, welches sich mit dem Thema Umwelt, Gesundheit und Kultur beschäftigt und verschiedene Workshops und medizinische Versorgung, für die umliegende Bevölkerung anbietet. Das Ziel der Casa Molino ist es, Menschen in sozialen und inter-institutionalen Szenarien zusammenzubringen, die die Erzeugung und Verteilung von Wissen, sozialer Fairness und nachhaltiger menschlicher Entwicklung fördern.

Meine Aufgaben waren sehr frei gestaltet. Ich durfte mir selbst überlegen, welche Kurse ich anbieten wollte. Ich gab einen Zumba Kurs für ältere Frauen, habe bei einem Workshop für junge, schwangere Frauen mitgeholfen und dort auch Yoga Kurse gegeben und Vorträge gehalten. Es war jedoch erschreckend für mich, wie viele sehr junge Schwangere, gerademal 15 Jahre alt, es in der Umgebung gab. Sie sind noch so jung und klein und selbst noch Kinder, und es hat mich traurig gemacht, wie wenig über Verhütung gesprochen und informiert wird. Genau aus diesem Grund finde ich dieses Angebot so wichtig und ich habe mich gefreut, dort teilnehmen zu dürfen.

Desweiteren arbeitete ich viel in einer Grundschule. Dort gab ich Salsa Kurse und Englisch Unterricht von der 2.-6. Klasse und war somit fast jeden Tag dort.

Außerdem habe ich Choreografien mit den Kindern einstudiert, die wir dann auch vorgeführt haben, beispielsweise zum Tag der Toten oder zu Weihnachten. Die Kinder waren manchmal sehr anstrengend und wollten nur spielen und nicht lernen, doch ich habe sie sehr in mein Herz geschlossen und sie waren eine Bereicherung für mein Jahr. Sie kamen schon immer auf mich zugerannt, als ich in die Schule hineintrat und waren am Ende total traurig, als ich ging. Mir wurde immermal wieder ein Armband oder ein selbstgemachtes Bild geschenkt, doch vor allem das Interesse an Deutschland, den Unterschieden der Kultur und die manchmal super lustigen und süßen Fragen haben mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Gelegentlich habe ich noch bei anderen einmaligen Projekten mitgeholfen, wie einen Flohmarkt, Informationsveranstaltungen über die Gesundheit in Schulen, Veranstaltungen für Kinder. Ich bin mit in andere Kommunen gefahren, um dort den Kindern zu helfen. Beispielsweise half ich bei einem Projekt zum Tag der Heiligen Drei Könige. Die Kinder haben kaum Möglichkeiten Geschenke zu bekommen, weshalb wir ihnen welche durch Spenden geschenkt haben.

Meine Chefin und Ansprechperson Nardhet war immer sehr hilfsbereit und stand mir bei Fragen und Problemen zur Seite. Sie hat mir meine Freiheiten gelassen, mich aber dennoch unterstützt.

In der Woche habe ich ca. 25 Stunden gearbeitet. Ich war eigentlich nie überfordert oder unterfordert. Manchmal gab es mehr zu tun und manchmal weniger, doch mit den anderen Studenten haben wir uns immer eine Aufgabe gesucht und ich habe versucht, dort zu helfen, wo ich gebraucht werde. Jeden Tag fuhr ich von meinem Ort Coatepec mit dem Bus nach Xalapa. Dies dauerte normalerweise eine halbe Stunde, dort holte mich dann ein Kollege mit dem Auto ab und wir fuhren noch ein kleines Stück weiter zu dem Haus.

Ca. 2-3 Monate wurde allerdings die Straße von Coatepec nach Xalapa neu gebaut und dadurch habe ich dann manchmal auch über 2 Stunden zur Arbeit gebraucht, was man als fast Mexikanerin dann aber einfach so hinnimmt.

Gastfamilie

Ich hatte zwei Gastfamilien. Bei meiner ersten habe ich mich die ersten 5 Monaten super wohl gefühlt. Zuerst dachte ich, ich habe eine Gastfamilie, an der ich nichts auszusetzen habe, diese Eindrücke haben sich dann im Laufe der Zeit verändert. Ich wurde toll aufgenommen. Ich hatte mein eigenes Zimmer und alles was ich brauchte. Meine Gastfamilie hatte eine schwierige finanzielle Situation, was mich allerdings überhaupt nicht gestört hat, im Gegenteil, ich fand es interessant, mal ganz anders als in der Heimat zu wohnen. Sie haben mir immer viel von der Kultur erklärt, mich überall hin mitgenommen, und vor allem durch meinen Gastbruder konnte ich mich schnell einleben und Freunde finden. Wir hatten kaum Konflikte und haben uns sehr gut verstanden.

Nach 6 Monaten habe ich dann aber die Gastfamilie gewechselt, was verschiedene Gründe hatte. Es sind ein paar Dinge vorgefallen, die mir nicht gefallen haben. Ich habe mich einfach nicht mehr wohlgefühlt, und wir haben dann gemeinsam beschlossen, dass es besser wäre, wenn wir diese 6 Monate in guter Erinnerung bewahren und es nicht noch zu größeren Konflikten kommt.

Meine zweite Gastfamilie war dann komplett anders, aber dort habe ich mich sehr wohlgefühlt und es kam auch nie zu Konflikten. Meine Gatsmutter war sehr locker und hat mir meine Freiheiten gelassen. Doch sie hat mich wie ihre eigene Tochter behandelt und sich auch genauso gesorgt, weshalb ich immer Bescheid sagte, wo ich bin und mit wem ich nach Hause komme, um nicht alleine zurück zu kommen. Wir haben viel zusammen unternommen und ich habe meine Gastschwester und meine Gastmutter sehr ins Herz geschlossen, so dass der Abschied dann sehr schwer viel. Das Schöne ist aber, dass man weiß, dass man immer eine zweite Familie hat und dort immer willkommen ist.

Betreuung

Die Betreuung durch AFS im Gastland war zu Anfang sehr gut. Ich wurde herzlich empfangen, und wir hatten anfangs einige Treffen mit einem anderen Freiwilligen und Austauschschülern von AFS, um die Umgebung und Sprache etwas kennenzulernen. Ich hatte eine persönliche Ansprechpartnerin, die zu einer guten Freundin geworden ist und mir bei Problemen zur Seite stand. Bei meinem Gastfamilien- Wechsel haben mich die Koordinatoren unterstützt. Ich hatte nie große Konflikte.

Mein Staat Veracruz ist zu einer roten Zone geworden, was hieß, dass wir dort eigentlich nicht mehr leben durften. Wir sollten somit den Staat wechseln, doch das Komitee hat sich für uns eingesetzt und so durften wir bleiben. Dafür war ich ihnen sehr dankbar, da ich mich schon so gut in meinem Ort eingelebt hatte, dass ich auf keinen Fall wechseln wollte.

Ich habe am On Arival, Midstay und Endstay Camp teilgenommen, die ich einerseits sinnvoll zur Reflektierung, andererseits auch als nicht gut strukturiert empfand. Ebenfalls gab es kleine Ausflüge und Treffen im Komitee, an denen ich teilgenommen habe.

Am Ende hatte ich allerdings das Gefühl, dass sich AFS in meinem Ort nicht mehr wirklich für mich interessiert hat, und sie haben sich kaum bei mir gemeldet. Es gab dann auch keine Treffen mehr, was ich als positiv empfunden habe, doch eine Nachfrage nach meinem Befinden und ein Abschied hätte ich mir schon gewünscht.

Ich hatte von AFS- Deutschland die Erwartung, dass sie uns bei Fragen und Problemen zur Seite stehen und uns auch mal fragen, wie es uns ergeht. Ich hatte eigentlich fast keinen Kontakt zu AFS Deutschland. Als wir den Staat wechseln sollten, hat mir Katharina Schnitt, die Mexiko- Koordinatorin versucht zu helfen.

Sprache und Kommunikation

Ich habe mich immer in Spanisch mit meiner Gastfamilie, in meinem Projekt und mit Freunden unterhalten. Nur zu Anfang, als mir die Sprache noch schwer fiel, da ich davor nur „hola“ und „cómo estás“ konnte, habe ich mit einigen wenigen Personen, die Englisch sprachen, Englisch gesprochen. Bei meiner Ankunft fiel es mir sehr schwer, mich zu verständigen und Gesprächen zu folgen. Ich belegte einen sechswöchigen Spanisichkurs, der mich mit den Grundlagen und der Grammatik vertraut machte.

Nach ca. 3 Monaten konnte ich dann alles verstehen und alles ausdrücken, was ich wollte. Jetzt am Ende kann ich sagen, dass ich fließend Spanisch spreche und mich in jeder Situation verständigen kann und auch alles verstehe.

Auf meine nicht ganz ausreichende Sprachkompetenz wurde immer positiv reagiert und ich hatte keine schlechten Erfahrungen. In meinem Projekt haben mir meine Kollegen beim Vokabellernen geholfen und ich wurde von vielen Leuten mit guter Absicht verbessert, damit ich ein korrektes Spanisch lerne.

Globales Lernen und Entwicklungspolitik

Globales Lernen ist für mich gemeinsame Wege zu finden, um unsere Welt ein wenig besser zu machen. Jeder sollte sich aktiv für eine gerechte Welt einsetzen. Man sollte nicht nur wissen, wie es anderen Menschen in anderen Teilen der Welt geht und wie die Situation ist, man sollte eine Verbindung mit seinem eigenen Leben herstellen.

Kultureller Austausch ist für mich globales Lernen und das habe ich in meinem Jahr intensiv erlebt. Andere Menschen können nun von meinen Erfahrungen lernen, dies ist mir sehr wichtig. Ich kann nun zum Beispiel sagen, dass nicht jeder Mexikaner mit „Sombrero und Tequila“ herumläuft, sondern Mexiko eine unglaublich spannende und vielfältige Kultur und Traditionen hat, die ich vorher auch nicht kannte. Globales Lernen ist Lernen voneinander. In allen Bereichen habe ich von anderen gelernt und sie von mir. Sei es von den Kindern in der Schule, die mein Spanisch verbessert haben, von meiner Familie, die mir ganz viel über die Geschichte Mexikos erzählt hat und ich über die von Deutschland, von meinem Freund, der mich über die Tanz- und Musikkultur aufgeklärt hat und mir gezeigt hat, dass man seine Träume erfüllen kann, solange man dafür kämpft und kreativ ist.

Entwicklungspolitik fördert eine sozial gerechte, ökologisch tragfähige und damit nachhaltige Gestaltung der Globalisierung und will Menschen die Freiheit geben, ihr Leben eigenverantwortlich gestalten zu können. Das ist der Punkt, den wir auch im Casa Molino versucht haben, den Menschen dort zu erklären. Wir können ihnen Ideen geben, Aktivitäten anbieten, Handlungsimpulse geben, doch ihr Leben müssen sie selbst gestalten und aktiv werden. Wir haben ein Projekt in die Welt gesetzt, welches übersetzt ungefähr: „Gemüsegarten mit Fischen“ heißt.

Es geht darum, dass eine Familie ihren kleinen Garten zur Verfügung stellt und dort Gemüse anbaut und es ein Becken mit Fischen gibt. Diesen Garten pflegt die Nachbarschaft und die Fische können verkauft werden und das Gemüse kann für den eigenen Bedarf genutzt werden. So kommt man durch einfache, günstige Mittel zu einem kleinen Gewinn und Verbesserung der Lebensbedingungen in der Umgebung. Das Ziel ist, die Verteilung von Wissen, soziale Fairness und nachhaltiger menschlicher Entwicklung zu fördern.

Ich bin motiviert mich weiterhin freiwillig zu engagieren. Zum einen möchte ich mich bei AFS engagieren und in die Länderberatung gehen oder bei Infoveranstaltungen informieren. Zum anderen, wenn ich zurück nach Mexiko komme, würde ich gerne mein Projekt besuchen und vor Ort helfen.

Ich werde nun anfangen, in Erfurt Internationale Beziehungen zu studieren. Wichtiger Bestandteil der internationalen Beziehungen ist die globale Entwicklung bzw. Entwicklungspolitik. Mein Traum ist es, später in einer internationalen Organisation zu arbeiten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein unbeschreiblich, aufregendes, lernreiches Jahr mit sehr vielen Höhen und nur ganz wenig Tiefen war, welches ich für immer in meiner Erinnerung behalten werde und für das ich sehr dankbar bin. Ich bin mit einem traurigen Gefühl wieder nach Deutschland gekommen, doch ich weiß, dass ich immer wieder nach Mexiko kommen kann und will!

Ganz viel Liebe

Lea

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CUBA

Havanna, Salsa, türkises Wasser, weißer Sandstrand, Landschaft, aber auch ein Land voller Widersprüche!

Willkommen bei diesem neuen Eintrag über meine Reise mit meinem Antonio nach Cuba. Zuerst werde ich euch von der Reise berichten und die schönen Seiten zeigen, doch am Ende werde ich auch erzählen wie es in Wahrheit in Cuba aussieht.

Zuerst einmal der Flug. Das war schon mal ein Drama. Für Tony war alles neu, er ist das erste mal in seinem Leben geflogen und hat auch das erste mal sein Land verlassen. Ich habe ihm am Flughafen alles erklärt, wie alles mit dem Gepäck, Check In und der Sicherheitskontrolle funktioniert. Ich hatte ein Ticket von einem Pilot gekauft, welches super günstig war, doch die Tickets sind ohne Sitzplatz, es ist also nicht sicher, dass man fliegen kann. Ich war naiv und dachte, dass es schon noch einen Platz geben wird, aber das Flugzeug war voll. Ich wollte aber natürlich Tony nicht alleine fliegen lassen und habe dann ein erste Klasse Ticket kaufen müssen, was unglaublich teuer war! Naja wenigstens konnten wir dann nach Havanna fliegen. Für Tony war es super aufregend.

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In Havanna haben wir erstmal unser Geld gewechselt. Das ist das erste spezielle in Cuba. Es gibt zwei Währungen. Zum einen CUC für die Touristen und den Peso Cubano für die Kubaner. Wir haben ein Taxi zu unserem Casa Particular genommen und das Taxi war gleich typisch für Havanna. Ein Oldtimer aus den 50er Jahren. Es hatte aber Musik, sogar mit einem kleinen Tablet wo die Musikvideos abgespielt werden konnten. In Cuba gibt es zwar Hotels aber es ist viel üblicher in Casa Particulares, also in privaten Häusern, sowie Airbnb zu übernachten. Unsers war super schön, kolonial, ein Boutique Hotel. Wir hatten eine Klimaanlage, einen Kühlschrank und ein eigenes Bad. So war es aber immer, die Häuser sind sehr gut ausgestattet. Wir sind am späten Abend angekommen, wollten aber nochmal raus auf die Straße, denn schon im Taxi haben wir junge Leute auf der Straße tanzen sehen, so wie man sich Havanna vorstellt. Die berühmteste Straße ist der Malecón, wo die Kubaner nachts rumhängen und ihren Ron (Havana Club) trinken und Reggaeton hören. Wir haben sofort zwei Kubaner kennengelernt. Randhi und Glenda. Sie waren beide dunkelhäutig. Generell ist uns aufgefallen, dass es viele in Havanna gibt und an anderen Orten eher Hellhäutige. Sie haben uns mit zu ihren Freunden auf den Malecón genommen. Es waren so viele Leute dort. Den Ron also auf Deutsch Rum haha, trinken sie aus kleinen Tetrapacks. Wir haben Salsa getanzt und uns super unterhalten, da sie natürlich auch Spanisch sprechen. Es ist sehr anders, weshalb selbst Tony manches nicht verstanden hat.

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Am nächsten Tag haben wir Habana Vieja erkundet, also das alte Havanna. Es gibt super schöne Straßen, wie auf den Fotos. Mit den alten Autos in bunten Farben, Flaggen von Cuba. Wir haben uns die Sehenswürdigkeiten wie das Capitol, das Theater, das Revolutionsmuseeum und die zwei berühmtesten Bars angeschaut. Die Bars gehören zu den 7 berühmtesten auf der Welt. La Floridita, wo es Daquiris gibt, ein typischer kubanischer Cocktail und La Bodega del Medio, wo es Mojitos gibt. Die waren sehr teuer, aber generell ist Cuba total teuer. Der CUC ist genauso viel Wert wie der Dollar also auch fast wie der Euro und die Preise sind so wie in Deutschland, wenn nicht sogar manchmal teurer. Da México so super billig für mich ist, hat man echt alles zehn mal überdacht und für Tony war es sowieso super teuer. Wir haben uns aber eine Tour mit einem Oldtimer gegönnt, das muss man einfach gemacht haben. Ich habe mir das schönste pinke Auto ausgesucht. So sind wir dann wir Könige, mit Reggaeton Musik durch Havanna gefahren. Dabei wurden uns dann die Dinge erklärt. Es hat super viel Spaß gemacht. Am Abend haben wir uns nochmal mit Randhi und Glenda getroffen. Wir hatten am Tag zufällig eine Tanzschule, die ‚La Casa del Son‘ hieß entdeckt und Tony hatte sich für den nächsten Tag für eine Privatstunde für Salsa Footwork angemeldet. Am nächsten Tag gingen wir also dort hin. Es war ein super cooler Tanzlehrer, der Tony eine tolle Choreografie beigebracht hat. Es hat sich gelohnt und Tony hat es gemacht, um sich für seine Tanzkurse weiterzubilden. Das Schwierige war gutes Essen zu finden. Ich denke auf dieses Thema werde ich später nochmal genauer am Ende eingehen.

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Dann gings weiter zu unserem nächsten Stopp: Viñales. Wir fuhren in einem Taxi compartido. Viñales ist eine kleine Stadt oder eher ein Dorf in einem Naturschutzgebiet. Es ist eine Art Nationalpark und in wunderschöner Landschaft. Wir hatten ein ganz tolles Casa Particular mit super netten Gastgebern. Wir haben direkt nach der Ankunft einen Reitausritt in der Park gemacht. Die Landschaft ist unglaublich. Tolle Berge, alles grün, der Sonnenuntergang. Wir sind zu einer Tabakfabrik geritten, wo uns alles genau erklärt wurde, wie der Tabak für die Zigarros angebaut wird. Natürlich durften wir auch selbst eine rauchen, dort ist es üblich mit Honig, sie zu rauchen.

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Am nächsten Morgen bekamen wir ein super leckeres Frühstück. Dann liehen wir uns Fahrräder aus und machten den ganzen Tag eine Fahrradtour zu den Orten die man besichtigen sollte. Wir waren in zwei Grotten, in einer fährt man sogar mit einem Boot durch. Es war super anstrengend, denn es ging bergauf und bergab und das bei 34 Grad. Wir sahen eine bemalte Felswand und fuhren hoch auf einen Aussichtspunkt, wo man das ganze Tal sehen konnte.

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Dann ging es weiter nach Trinidad. Die Fahrt war abenteuerlich, denn wir fuhren in einem Oldtimer der eigentlich für 8 Personen war, wir am Ende allerdings 12 waren. Es dauerte fast 10 Stunden und dann kamen wir in dem kleinen Ort Boca an, welcher direkt am Strand liegt, doch das Wasser hat uns super enttäuscht. Es war grün und dreckig und gar nicht karibisch. Wir waren die einzigen Touristen, denn die sind in Trinidad. Wir haben dafür aber günstig und gutes kubanisches Essen bekommen. Am nächsten Morgen, sind wir ganz früh zum Strand Ancon gefahren, der wohl sehr klar sein soll. Es war schon viel, viel besser und der Strand war ganz hübsch, aber ich ear etwas enttäuscht, da ich gedacht habe, es ist so ein schöner Strand wie in Cancún. Naja dann waren wir ein bisschen schlecht drauf und dachten, wir bleiben hier nicht und fahren direkt nach Varadero weiter. Somit haben wir nur eine Nacht dort verbracht und fuhren dann nach Varadero.

 

Es war schon ziemlich spät, fast Nacht als wir ankamen und wir suchten und suchten ein Casa Particular. Zum Glück hat uns ein Typ auf der Straße angesprochen, ob wir noch was suchen. Man muss vorsichtig mit den sein, aber er hat uns eine nette Dame empfohlen und so hatten wir ein süßes Zimmer mit Bad und nur 50 Meter vom Strand entfernt. Wir waren nachts noch in einer Freiluftdisco und haben zu Salsa und Reggaeton Musik getanzt. Am nächsten Tag haben wir dann endlich den karibischen Strand gesehen. Der Strand in Varadero ist wirklich ein Traum. So klares Wasser habe ich noch nie gesehen, auch nicht in México und der Sand ist fein und weiß. Im Wasser kann man Stunden verbringen, da einem nie kalt wird. Tony und ich haben mit unserer Go Pro Unterwasserkamera tolle Fotos und Videos gemacht. Dann ging es an die Frühstückssuche, was immer ziemlich schwierig war. Wir entdeckten zufällig, dass es ein Jazz und Son Festival in der Zeit gibt, wo wir da sind. Wir haben uns dann ein Ticket für den nächsten Tag gekauft, denn sie hatten den Preis von 25 CUC was sehr teuer ist, fast 25 Euro auf 10 CUC reduziert, da keiner zum Festival gegangen ist. Es war nämlich das erste. Uns hat es super gefallen. Es war alles top organisiert, wie ein Festival in Deutschland. Mit Bier und Essensständen, zwei Bühnen. Das Festival war in einem wunderschönen Parkgelände und es kamen die Los Van Van, die super berühmt in Cuba sind für Salsa Musik. Tony und ich waren ganz vorne, da wirklich nicht viele Leute da waren und wir tanzten bis uns die Füße wehtaten. Wir waren stolz, die Van Van live gesehen zu haben.

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Einen Tag später haben wir den Tag am Strand verbracht, aber diesmal sind wir einige Kilometer weiter gelaufen, bis zu den schicken Resorts, wo die Touristen sind. Dort gab es kaum Leute am Strand und wir hatten alles für uns. Denn im Stadtzentrum am Strand sind alle Kubaner, die in Varadero Urlaub machen. Wir haben uns mit einigen Unterhalten, denn wir waren immer unter den Kubaner und eben nicht nur im 4 Sterne Resort am Pool, wir haben das wirkliche Kuba kennengelernt. Und das sieht gar nicht so schön aus. Zum Beispiel waren wir in einem Einkaufszentrum, wo wir die einzigen Touris waren. Es war total lustig, es gab ein paar Lebensmittel, Hühnchen wurde verkauft und ein kleiner Rummel mit Achterbahn, Karussell und kleinen Spielen. Es ist schon eine ganz andere Welt.

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Wieder in Havanna gelandet, hatten wir dort noch unseren letzten Tag, den wir mit leckeren Guyabas genossen und uns eine berühmte Straße, Callejón de Hamel heißt sie und die ist echt toll. Außerdem besuchten wir das Hotel National, welches man besichtigen kann und einen sehr schönen Garten hat. Am Abend, gab es zufällig ein Gratis- Konzert auf dem Malecón und zwar von Gilberto Santa Rosa, den Tony sehr mag und immer einige Lieder in seinen Salsa Kursen von ihm abspielt. Wir waren unter all den Kubanern, die um uns herum tanzten und mitsangen. Es war toll, denn die ganze Straße war gesperrt, der Sonnenuntergang und latino Musik. Havanna hat mir wirklich sehr gut gefallen. Am Abreisetag haben wir noch einen kleinen Deal gemacht. Wir hatten Medikamente, einige T-Shirt, Armbänder, Kopfhörer und Kleinigkeiten mitgebracht, die wir nicht mehr brauchten und gaben sie einer Frau, die uns dafür kubanische Musikinstrumente gab, die wir unbedingt haben wollten. Guiros und Maracas. Dann gings abenteuerlich zum Flughafen. Wir wollten uns die teure Taxifahrt sparen und sind mit zwei Bussen voller Kubaner hin. Es hat aber alles geklappt. Mit dem Rückflug hat es dann alles geklappt, da noch Sitzplätze frei waren, nur der Flug war sehr unruhig und hat sogar mir etwas Angst gemacht. Zum Glück sind wir aber sicher in Mexiko Stadt gelandet.

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Nun komme ich zu den Widersprüchen und Dingen, die ich an Kuba nicht verstehe. Hier ein paar Fakten:

– es gibt kein Internet, man muss sich für fast 2 Euro eine Karte kaufen, die es nur in Hotels gibt und dann hat man ein Passwort, womit man 1 Stunde Internet, allerdings nur an einigen Punkten hat.

– es gibt kaum Supermärkte und wenn sind sie ganz klein und es gibt super viel Alkohol aber nicht die Basics. Keine Milch, keine Seife, kein Brot. Es gibt einige Konserven aber von einer Sache dann hundert, aber keine Auswahl

– es gibt kein Rindfleisch, da eine Kuh mehr wert ist, als ein Mensch. Wer eine Kuh tötet muss mehr Jahre ins Gefängnis, als wenn er einen Menschen tötet

– unabhängig vom Beruf, verdient jeder der für den Staat arbeitet ungefähr das selbe. Deshalb gehen alle in die Tourismusbranche, denn ein Taxifahrer verdient mehr Geld, als ein Mediziner. Zum Beispiel haben wir 25 CUC für eine Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum bezahlt und ein normaler Kubaner verdient 30 CUC im Monat!

– es ist sehr schwer das Land zu verlassen

– fast jeder Kubaner möchte flüchten und das Land verlassen

– die Menschen haben sehr viel Respekt vor der Polizei und der Regierung, da die Regierung alles sehr genau kontrolliert

– warum gibt es zwei Währungen?

– viele Menschen sind unfreundlich oder wirken so, da sie unzufrieden mit ihrem Leben und der Situation in Kuba sind

-Spotify oder viele andere Apps die für uns normal sind, sind auf Kuba verboten

-die Kubaner bekommen Lebensmittel Karten, also Rationen, die sind allerdings so gering, dass sie für einen Monat nicht ausreichen

Man macht eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, wenn man nach Kuba reist.

Ich habe einen Text gefunden, den ich zutreffend finde:

Kuba ist anders,

Kuba ist beeindruckend,

Kuba ist Revolution und Sozialismus,

Kuba ist Lebensfreude und Leidenschaft,

Kuba ist Rum und Zigarren,

Kuba ist Musik und Kunst.

Kuba ist ursprünglich und teils rückständig aber auch fortschrittlich und inspirierend zugleich.

Kuba hat ein Gesundheits- und Bildungssystem, das mit denen der westlichen Industrienationen gleich zusetzen ist und eine Analphabeten-Rate von unter einem Prozent, die Lebenserwartung auf Kuba steht der in Mitteleuropa in nichts nach.

Kuba hat aber auch leere Geschäfte, alte Autos, zerfallene Fassaden und staatliche Repressalien.

Kuba ist stolz und gastfreundlich zugleich.

Kuba ist beeindruckend und verwirrend in gleichem Maße.

Ich hoffe ich konnte euch Kuba von allen Seite zeigen, abschließend kann ich sagen, dass es eine sehr interessante Reise war, in der nicht alles perfekt verlaufen ist, ich allerdings super viel gelernt habe, nun México und Deutschland mehr schätze und Kuba für eine Reise nur empfehlen kann, denn es ist ohne Frage ein wunderschönes Land!

Hidalgo, die Academia, mein Geburtstag, mein letzter Tag im Molino und der Anfang einer neuen Reise

Es tut mir leid, dass solange nichts kam, aber ich war ziemlich beschäftigt und wollte meine letzten Monate nochmal genießen und ausnutzen. Es ist sehr viel passiert. Ich werde zwei Blogeintrage machen, da es doch recht viel ist.

Anfang Juli war ich mit Tony in Hidalgo reisen. Wir haben meine Freundin Meike, die auch mit AFS hier ist besucht. Mit dem ADO fuhren wir von Xalapa nach Pachuca. Meike wohnt in einem kleinen Dorf San Augustin mit ihrer Gastfamilie. Wir sind nach der Ankunft sofort auf eine Party gegangen und waren später dann noch feiern. Mich hat erstaunt, dass man in Pachuca viel besser feiern gehen kann, als in Xalapa.

 

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Am nächsten Tag haben wir zusammen mit der lieben Gastmama und den Gastbrüdern gefrühstückt. Dann sind Tony und ich mit dem Bus nach Tolantongo gefahren. Dort gibt es die Grutas von Tolantongo, das sind heiße Thermalquellen, in wunderschöner Natur, es gibt kleine natürliche Pools, Wasserfälle, Höhlen, einen Fluss und alles mit super warmen Wasser. Es war ein ziemlich weiter Weg, hoch in die Berge mit vielen Kurven. Wir sind ziemlich spät angekommen, sodass es dort keine Hotelzimmer mehr gab, wir wollten allerdings dort übernachten, da der Weg sonst zu weit wäre. Wir waren schon echt verzweifelt. Dann sind wir einfach in das Gelände rein, um es wenigstens zu genießen und zufällig haben wir dann mit jemandem gesprochen, der noch eine Cabaña also eine Art Holzhütte auf der anderen Seite für uns frei hatte. Es gab nämlich einen abgetrennten Bereich, wo fast keiner war, da man dafür nochmal extra Eintritt zahlen musste. Dort waren kaum Leute, denn bei der Hauptseite waren wirklich unglaublich viele. Aber auf dieser war es viel ruhiger, viel privater und es gab super schöne natürliche Pools und beeindruckende Wasserfälle. Es war echt ein tolles Erlebnis. Unsere Cabaña war süß und gemütlich und so verbrachten wir einen schönen Abend dort. Am nächsten Tag waren wir nochmal in einigen schwimmen und Mittags gings dann zurück nach San Augustin. Dort wurden wir lecker von der Gastmutter mit Chiles enrollados bekocht und guckten dann noch mit der Familie einen Film.

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Am Montag wollten wir dann eigentlich zurück nach Xalapa, aber wir haben den Bus verpasst, ehrlich gesagt weiß ich gar nicht warum, weil wir nicht spät dran waren. Wir dachten uns, dass ist ein Zeichen und entschieden uns noch eine Nacht länger zu bleiben und zwar in Real de Monte. Das ist ein Pueblo Magico und super süß. Es gibt schöne, kleine, bunte Häuser. Die Pastes sind so lecker, eine Gebäckspezialität dort. Wir besuchten Museen, die historische Innenstadt und fuhren nach Mineral de Chico. Das ist auch ein schönes Pueblo Magico. Unser Hotel war im kolonial Stil eingerichtet und sehr nett. Alles in allem, war es ein wunderschöner Kurztrip.

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Zusammen mit Tony war ich auf einem Salsa Event, wo professionelle Tänzer getanzt haben, aber auch wir viel getanzt haben. Dann kam das neue Projekt von Tony. Seine Academia de Baile. Er hat seine eigene Tanzschule aufgemacht. Ich habe ihm bei allem geholfen. Er hat sich einen großen Saal gemietet und wir haben ca. 3 Tage alles eingerichtet. Wir haben die Wände und Tore gestrichen, haben Möbel gebaut, Lichter aufgehängt, ein Bar hineingetragen, das Bad neu gemacht, alles zum Thema Cuba dekoriert, mit Flagge, Bildern, ganz vielen Pflanzen, Instrumenten, Kokos, haben Spiegel gekauft, damit man sich beim Tanzen gut sehen kann. Alles war super viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Es ist eine super gemütliche Wohnzimmeratmosphäre, eine Tanzschule, in der man sich wohl fühlt.

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Dann war Nora’s Geburtstag, wo wir essen waren und dann auch schon mein Geburtstag!

Mein Geburtstag, war einer meiner schönsten der letzten Jahre. Es fing gleich um 00:00 Uhr an, als ich schon fast eingeschlafen war und dachte alleine reinzufeiern im Bett, hörte ich plötzlich Musik. In México ist es üblich, dass man ein Ständchen von einigen Sängern oder einer Gruppe gesungen bekommt. Ich hatte also ein kleines Konzert und Tony stand unten mit Ihnen. Das Mädchen ist eine Freundin von Tony und kann mega gut singen, begleitet von einem der Gitarre spielte. Es war eine wunderschöne Überraschung. Danach stoßen wir mit Wein an. Am Morgen frühstückte ich mit Nora und Tiz, die ein Geschenk und Blumen vorbereitet hatten. Mittags sagte mir Tony, dass wir Essen gehen werden, ich dachte es wird was ganz normales, doch als wir die Treppen von Restaurant hochgingen, war da ein Tisch voller roter Rosen, mit Wein und allem. Super romantisch! Das Menü war sehr lecker und der Nachtisch sogar dekoriert mit herzlichen Glückwunsch. Dann gings in die Academia, denn dort war meine Geburtstagsfeier, die ich schon seit Wochen Vorbereitung habe. Das Thema war Cuba. Ich machte noch die letzten Vorbereitungen für die Mojitos und die Musik und dann kamen die Gäste. Es war ein toller Abend, wir tranken Mojitos, alle in ihren kubanischen Outfits und wir tanzten Salsa.

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Eine Woche später war die Einweihungsfeier der neuen Academia de Baile von Tony. Es kamen super viele Leute und es gab verschiedene Programmpunkte. Eine hat gesungen, Puppentheater und dann gab es Tanzshows. Ich habe mit Tony eine Choreografie zu Disco Musik und eine zu Salsa vorgeführt und dann noch mit mehreren zu Reggaeton. Es gab Snacks und Getränke und es war ein super erfolgreicher Abend.

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Ich machte Tony eine Überraschung und buchte Flüge nach Cuba. Wir hatten es schon die ganze Zeit vor, doch Tony hatte keinen Reisepass und es gab keine Termine mehr, weshalb wir es immer nicht gemacht haben. Doch dann haben wir ein Termin in Zacatecas gefunden und ich habs einfach gebucht. Die nächsten Tage habe ich dann unsere Rute ein bisschen geplant und geschaut, was die wichtigsten Sachen sind.

Im Molino hatten wir noch einige schöne Projekte und zum Abschluss habe ich mit drei Gruppen eine Choreografie einstudiert, die wir an meinem letzen Tag der ganzen Schule, meinen Kollegen und meiner Chefin vorgetanzt haben. Es war ein toller, aber auch trauriger Abschluss. Die Kinder waren so traurig, dass ich gehe. Viele haben mir Karten geschenkt oder etwas gemalt und alle wollten Fotos. Ich habe sogar Blumen geschenkt bekommen und der Direktor hat eine Dankesrede gehalten. Ich hab Pizza für alle meine Kollegen bestellt und wir haben das Jahr nochmal Revue passieren lassen. Ich werde die Zeit dort sehr vermissen und bin froh so nette Leute kennengelernt zu haben und in meinem Projekt etwas vollbringen konnte.

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Am 1. Juli waren die Wahlen in México. Es wurde der neue Praesident und die Gobernadores gewählt. Ich darf natürlich nicht wählen war aber mit Tony mit, um es zu erleben. Es läuft ähnlich wie in Deutschland ab, nur mir Korruption, wie ich mir erdenken kann. Gewonnen hat Andrés Manuel, der Partei Morena. Ich glaube, wenn ich gewählt hätte dürfen, hätte ich ihn gewählt. Bin gespannt, was sich so verändern wird.

Ach und da war ja noch die WM. Ich hab das Spiel Deutschland- México mit der Familie von Tony gesehen, wir waren brunchen. Fuer die Mexikaner war es ein tolles Gefuehl Deutschland besiegt zu haben. Mein Herz schkug am Nede dann aber doch mehr fuer mein Heimatland Deutschland, obwohl ich fuer México sein wollte. Danach naja hab ich die WM auch nicht mehr verfolgt, nachdem Deutschland raus war.

Und dann ging die große Reise los. Zuerst nach Zacatecas mit dem Bus, ganze 12 Stunden. Die Busse sind, wie ich ja schon mal erwähnt habe, zum Glück sehr bequem, doch ich hatte was falsches gegessen und in der Nacht im Bus habe ich mich ca. 12 mal übergeben. Es war echt kein Spaß, ich musste ständig auf die ekelige Bustoilette und irgendwann kam einfach nichts mehr, ich hatte aber trotzdem einen Würgereiz. In Zacatecas angekommen, wurden wir von der Familie von Tony abgeholt, die dort wohnt. Wir sind auch bei ihnen untergekommen und sie haben uns super lieb empfangen. Wir haben mir erstmal Medizin gekauft und ich habe mich etwas erholt. Zacatecas ist eine wunderschöne Stadt, kolonial mir tollen Gebäuden. Mit der Cousine Tonys’s und ihrem Freund waren wir abends was trinken und am nächsten Tag war dann der Termin für den Reisepass. Das war vielleicht ein Prozess. Wir mussten Stunden warten, aber immerhin am Ende hatten wir ihn! Wir waren in der Mine und in einigen Museen in Zacatecas und es waren tolle Tage dort. Am Ende sind wir noch mit dem Onkel auf seine Ranch und sind ein bisschen durch die schöne Landschaft geritten.

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Dann ging es für mich weiter nach México Stadt zu meinem End Stay Camp mit AFS. Die Busfahrt war wieder nicht so toll. Eigentlich sind es 8 Stunden und ich habe 12 gebraucht, da wir 4 Stunden an der selben Stelle, wegen eines Unfalls standen. Das Camp war in einem schicken Hotel am Flughafen mit Pool und einem unglaublich leckeren Essen/ Buffet. Wir haben über unsere Erfahrungen im Projekt, mit unseren Familien und generell gesprochen, alles reflektiert, was wir gelernt haben, was jetzt auf uns zu kommt usw. Es war schön die anderen wieder zusehen und sich auszutauschen. Da unser Flug nach Cuba erst am 8. Juli war, ist Tony mir dann nach gefahren und wir haben noch 2 schöne Tage in México Stadt verbracht, in einem tollen Airbnb genau am Zocalo übernachtet. Wir haben uns das historische Zentrum angeschaut, lecker gegessen, waren bei der archäologischen Stätte Teothiuacan und im Frida Khalo Museum, welches mir sehr gut gefallen hat.

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Im naechsten Eintrag erfahrt ihr alles ueber meine Reise nach Cuba!

Man spürt, dass das Ende naht!

Hola amigos,

ich habe länger nicht geschrieben, zum einen weil einfach die Zeit so schnell rum gegangen ist und ich einfach mein Leben in México in meiner Heimat Coatepec und Xalapa genossen habe. Nach meiner Reise hatte ich einige schöne Projekte im Molino. Zum einen haben wir eine Feria de Salud in einer Grundschule veranstaltet, also ein Event für die Kinder und Eltern über die Gesundheit. Ich habe meinem Kollegen in der Chemiemedizin geholfen und sie über die verschiedenen Blutgruppen informiert und warum es wichtig ist seine Blutgruppe zu kennen. Ich hatte einen Arztkittel an und hab mich wie eine Ärztin gefühlt. Außerdem war der Tag der Kinder und wir haben eine Veranstaltung im Molino gehabt, mit Kuchen, Piñata, kleinen Spielen und Tanzen.

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Ich habe meiner Gastschwester Tizania einfach mal so eingeladen, zum Jarocho im Staatstheater. Es war eine Tanzspektakel und unglaublich toll gemacht. Mit traditionellen Tänzen aber auch modernen. Mit Tony und Freunden war ich auf einer Pin Up Mottoparty. Das war in einem großen Haus, super schön dekoriert und Musik aus den 70er. Alle waren total cool gekleidet. Ich war mal ein bisschen shoppen in einer Mall, was ich ewig nicht gemacht habe und habe coole Teile gefunden. Es ist ja so wenn man sich nichts kaufen will ist alles schön, kennt jeder oder? Sonst gab es noch eine Feria de Libros, also eine Büchermesse, wo es auch Salsa Live Musik gab und ich mit Tony und Tiz getanzt habe.

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Mit Tony erkunde ich immer ganz Xalapa, ich glaube wir waren schon in jedem coolen Restaurant, Café und sowas was es gibt und probieren jedes Mal was neues aus. Das macht echt Spaß, haha immer Essen zu gehen, besonders wenns so schön billig wie in México ist. An einem Abend waren wir in einer Bar, die ein bisschen alternativ ist und uns echt gefallen hat, so dass wir bald wieder dort waren und uns dann noch mit einem schon älteren Paar aus dem Fitnessstudio in einem Club getroffen haben. Ich find das so positiv, dass hier jeder mit jedem befreundet ist, egal wie alt. Die sind echt noch super cool drauf, um mit ihnen feiern zu gehen.

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Dann war Muttertag, der hier immer am 10. Mai ist und nicht so wie bei uns an einem Sonntag. Der Tag wird hier echt groß gefeiert, sodass man sogar frei bekommt. Wir haben einen super schönen Tag mit meiner Gastmutter Nora gehabt. Zuerst waren wir morgens bei einem Secound Hand Basar und haben wie wild geshoppt, dann ging es mit der Oma, dem Bruder von Nora, dessen Frau und Sohn schick brunchen im Grand Hotel Xalapa. Es gab ein riesiges leckeres Buffet. Abends sind wir noch ins Kino und ich dann noch auf den Geburtstag von meinem Lieblingskollegen Jorge. Mit seinen Freunden hatten wir ihn in einem Restaurant überrascht, dass wir plötzlich alle da waren. Es war ein netter Abend.

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Sonst ist gerade die Feria de Coatepec. Das ist wie bei uns das Schützenfest/ Jahrmarkt, nur in viel schöner, cooler, kultureller. Es gibt zwar auch ein paar Fahrgeschäfte, aber viel mehr Stände mit Café, Pflanzen, Ausstellungen, Essen, Aktionen, viele Bühnen, wo es Shows und Konzerte gibt mit in México ziemlich berühmten Künstlern und Bands. Ich war vier mal dort. Einmal war die Gruppe ‚Rió Roma‘ dort, sehr romantisch. Ein Highlight waren die Ángeles Azules. Das ist wirklich eine sehr berühmte Cumbia Gruppe in México, die sogar auf dem Coachella Festival gespielt haben und es waren unglaublich viele Menschen dort.

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Abends verbringe ich viel Zeit im Fitnessstudio, zuerst beim Fit Baile, dann ein wenig mit Geräten trainieren und dann Salsa. Es macht mir so viel Spaß zu tanzen.

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Ich hatte auch ein paar komische Tage, wo ich mir darüber klar werden musste, wer wirkliche Freunde sind und wer die Wahrheit sagt. Ich möchte nicht ins Detail gehen, da es sehr privat ist, doch es wurden mir Dinge erzählt, die so nicht war sind und ich dadurch falsche Entscheidungen getroffen habe. Meine Gastschwester meinte so sind viele Mexikaner leider, sie lieben es über andere zu reden, tratschen und erzählen falsche Sachen herum, mehr in Coatepec, da es so klein ist. Sie hatte schon viele solche Erfahrungen und meint es sei Neid der anderen. Naja ich lass mich davon nicht unterkriegen, weiß wär wirklich zu mir hält und werde meine letzte Zeit mit den Menschen verbringen, auf die ich Lust habe. Manchmal ist es schwierig, da die Leute einen als anders ansehen, als etwas Besonderes, dich vielleicht sogar benutzen, um Vorteile zu haben oder besser auszusehen, nur weil ich aus Deutschland komme. Zum Beispiel meinte neulich eine Freundin, als es keinen Platz mehr gab, das es hier jemanden gibt der aus Deutschland kommt und wir deshalb einen Tisch bekommen müssen und dann hat uns der Chef wirklich super schnell einen Tisch besorgt, verrückt oder? Ich finde es schade, doch ich versuche immer klarzustellen, dass ich wie jeder andere bin.

Es gab nun schon zwei Debaten zur Wahl des Präsidenten, die ich mit der Familie im Fernsehen geguckt habe und es ist leider echt schlimm anzusehen. Jeder Kandidat erzählt blödsinnige Dinge, nutzen ihre Zeit nicht aus, reagieren nicht auf Fragen und kritisieren nur die anderen Kandidaten. Doch die Mexikaner selbst machen sich auch nur lustig darüber.

Wir schnell das Jahr vergeht, bald ist schon mein Geburtstag, den ich gerade am planen bin!

Wiedersehen mit Juli und eine ganz besondere Reise nach Yucatán

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich glaube es war einer der schönsten Zeiten. Meiner allerliebste beste Freundin Juli war zu Besuch. Anfang April habe ich sie am Flughafen von Veracruz empfangen und nach 1 Minute Umarmungen und Tränen war es schon so, als hätte ich sie die 8 Monate davor gesehen, genau wie vorher. Sie hatte einen stressigen Flug hinter sich und Jetleg aber ich wollte ihr die 4 kurzen Tage, die sie bei mir in Coatepec und Xalapa hatte so voll wie möglich stopfen, damit sie alles kennenlernt. Am selben Tag waren wir mit meiner Gastschwester Tiz Antojitos essen. Ihr hat es super geschmeckt, aber ich glaube es war ganz schön viel Fett für den Anfang, weshalb sie die nächsten zwei Tage etwas Bauchprobleme hatte. Naja ich habe versucht trotzdem alles durchzuziehen. Sie war dann ziemlich fertig, aber wir haben viel erlebt.

Juli hat das Haus, Nora, die Hunde und Katzen kennengelernt. Die wichtigsten Orte von Xalapa, dann sind Tiz, Tony und wir beide zu 3 verschiedenen Wasserfällen gefahren. Zu einem, der nicht sehr bekannt ist, mussten wir einen richtigen Abenteuerpfad auf uns nehmen. Es hat sich aber gelohnt, der Wasserfall war echt beeindruckend. Dann waren wir noch lecker essen und später beim Fit Baile, damit Juli auch mal mein Tanzen kennenlernt. Wir sind im Park von Coatepec rumgeschlendert und später hat uns Tony zu sich super lieb zum Taco essen eingeladen. Er hat sich total viel Mühe gegeben. Es gab Tequila und Mezcal, damit Juli die probieren kann. Meine Lieblingschips Doritos und er hat uns ganz viel über die mexikanische Musik und Geschichte erklärt. Am nächsten Tag hab ich Juli mit zu meinem Projekt ins Molino genommen. Meine Kollegen waren sehr interessiert und Juli hatte einige Leckereien aus Deutschland mitgebracht. Sie hat beim Zumba mitgemacht und das Haus kennengelernt. Später sind wir dann mit Tony und seiner Familie nach Micoxtla, dem kleinen, ärmlichen Dorf, wo ich gerade erst war gefahren, mit dem Jeep. Einige Onkel und Tanten waren auch dort und es wurde super lecker gekocht. Ich glaube für Juli war das was besonderes, mal so ein einfaches Dorf zu sehen, die schönen Berge und die Landschaft. Am Freitag haben wir uns noch mit meiner alten Gastschwester Karen und Amerika im Park getroffen und dann ging es auch schon zum Busbahnhof.

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Es war schön meiner besten Freundin meiner Welt zu zeigen! Im Bus hab ich dann erfahren, dass unser Flug nach Merida gecancelt wurde. Ich habe sofort angerufen und zum Glück konnten sie uns auf einen paar Stunden späteren Flug legen. So haben wir uns dann Veracruz noch etwas angeschaut und mussten am Flughafen sehr lange warten, aber irgendwann um 3 Uhr nachts kamen wir dann in dem AFS Büro von Merida an. Marco ein anderer Freiwilliger wohnt dort und wir konnten netterweise bei ihm unterkommen. Merida ist echt schön, kolonial, schöne Gebäude, Parks, Museen. Mit Ole noch nem Freiwilligen sind wir nach Pogreso an den Strand gefahren. Der Strand ist noch nicht soo besonders wie die, die wir danach noch gesehen haben. Abends sind wir noch in eine Bar gegangen.

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Am nächsten Tag ging es mit dem Bus weiter nach Valladolid. Ich glaube Juli war sehr überrascht, wie gut die Busse ausgestattet sind und wie billig alles ist. In Valladolid hatten wir einen super schönes, süßes Hostel. La Candelaria. Mit Details gestaltet, Hängematten, einem kleinen Garten. Dort haben wir eine Französin Laura kennengelernt und zwei Engländer. Wir haben uns das süße Stadtzentrum angeschaut, haben die hübschen Artesanías gekauft, ich habe mir tolle Ohrringe gekauft. Am Abend gab es eine Lightshow bei einem Tempel. Die Geschichte Valladolids wird auf den Tempel in Bilder projektiert und dazu erklärt. Es war ein Highlight! Gegessen haben wir immer sehr gut! Am Morgen ging es sehr früh los, um nach Chichen Itza zu fahren. Wir haben uns mit Laura und einem Engländer zusammen getan, um uns einen Guide zu teilen. Dort haben wir noch zwei Holländerinnen getroffen, sodass jeder am Ende nur wenig zahlen musste. Mit meinem temporalen Ausweis von México hab ich bei den Eintritten immer Vorteile. Der Guide hat sich gelohnt, da man sonst nur in der Archäologischen Stätte rumläuft, ohne was zu wissen. Chichen Itza ist eine alte Maya Stätte. Wir waren ganz viel auf den Maya Spuren unterwegs. Die große Pyramide ist sehr beeindruckend. Die Maya waren sehr intelligent, haben sich ein gutes Leben gemacht. Die Ruinen sind noch gut erhalten und beeindruckend. In der Nähe gibt es eine Cenote. Cenoten gibt es tausende in Yucatán. Eine Cenote ist eine sehr tiefe Wasserhöhle, die durch Meteoriten enstanden ist. Ich glaube das war das schönste was ich je in meinem Leben gesehen habe. So cool mit den Wurzeln der Bäume, Lianen, das Wasser glasklar. In der Cenote zu baden ist eine schöne Abkühlung und du schaust nach oben in den Himmel, um dich herum die Steinwände. Wenn man nicht dort war, kann man es nicht verstehen.

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Später zurück im Hostel leiten wir uns alle zusammen Fahrräder aus und radelten zu einer zweiten Cenote. Die war noch viel schöner und hatte eine Liane, mit der man ins Wasser schwingen konnte. Das hat super viel Spaß gemacht. Am Abend haben wir uns mit allen, die wir irgendwo kennengelernt hatten zusammen getroffen, gegessen und waren dann in einer Rooftop Bar. Wir dachten schon, als die dann früh schließte, dass es in dem kleinen Ort Valladolid, keine Möglichkeit gibt zu feiern, aber zufällig fanden wir dann eine richtige mexikanische Cantina, wo wir uns eine Tequila Flasche bestellten, Trinkspiele spielten und ausgiebig tanzten. Es war eine super coole Nacht. Die Gruppe war einfach super cool.

Dann ging es am darauffolgenden Tag nach Ek Balam. Eine andere Maya Stätte, die kaum bekannt ist, aber viel viel besser ist als Chichen Itza, da man auf die Pyramiden und Ruinen drauf gehen kann und so ein richtiges Gefühl bekommt. Es ist wie eine richtige Stadt. Auf der höchsten Pyramide hat man einen atemberaubenden Blick über den Jungle, da ist nichts, nur in Mitten die Ruinen! Ich fühlte mich schon wie ein geübter Backpacker und total sicher beim Reisen, was vorallem auch am Lonley Planet liegt, der beste Reiseführer, den mir meine Mami geschenkt hat.

Der hat super Geheimtipps, super Hostels, Restaurants und die besten Sachen die man sehen sollte, Busverbindungen, nur zu empfehlen!

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Weiter gings nach Rió Lagartos. Ein ganz kleines nicht touristisches Fischerdorf. Wir hatten ein Hotel direkt am Wasser und waren nach Ankunft erstmal lecker frischen Fisch essen. Am nächsten Morgen ging es früh auf eine private Bootsfahrt mit einem sehr kompetenten Kapitän. Wir sind durch Mangrovenwälder gefahren und haben ganz verschiedene Vogelarten gesehen. Kraniche, Adler, Pelikane. Und auch Flamingos! Wir haben bei den Flamingos halt gemacht und auch Wasserkakerlaken gesehen. Dann ging es zu den berühmten Las Coloradas. Das ist ein Salzsee der rosa ist. Ja er ist wirklich rosa!! Ich war sogar kurz drin und es ist so salzig, dass man oben an der Oberfläche schwimmt. Wir bekamen noch ein Maya Bad, welches aus Schlamm besteht. Ein natürliches Peeling!

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Am Mittag fuhren wir weiter nach Cancun. Dort hatten wir ein Airbnb mitten in der Hotel Zone. Cancun hat uns nicht so gefallen. Es ist sehr touristisch und war erstmal ein Schock für mich. Ich hab so lange keine Hochhäuser und so riesen Hotelanlagen gesehen. Ein bisschen überfordernd. Das Airbnb war ein schickes Apartment, sehr nett. Wir waren im Supermarkt und das war das komischste nach Cancun. Hier im Chedraui gibt es mexikanische Produkte, in dem Chedraui in Cancun gab es Milka Schokolade, Italienische Salami und Parmesan oder andere Sachen aus anderen Ländern, Souvenirs, Cancun Tshirts. Es sah komplett anders aus als in Coatepec oder Xalapa. Ich fand es nur traurig. Die Leute kommen nach Cancun und denken: ach ist ja wie bei mir, gibt die gleichen Sachen. Aber so ist ja México nicht wirklich. Generell dort ist alles teuer und sieht schick aus, von der Kultur und den Traditionen lernen sie nichts kennen. Wir waren feiern. Das muss man einmal in Cancun gemacht haben. Fürs feiern und Party ist es schon cool. Im berühmten Club Coco Bongo waren wir nicht, da er sehr teuer ist, aber in ‚La Vacita‘. Man zahlt Eintritt und hat Open Bar, also alle Getränke mit drin. Es war schon was anderes. Am nächsten Tag waren wir am Strand und der ist wirklich super schön! Weißer weicher Sand, super klares Wasser. Unser erstes mal in der Karibik. In Mexico gibt es ja in den meisten größeren und Pueblos Magicos, Buchstaben mit dem Namen des Ortes. In jedem wo wir waren gab es sie und überall mussten wir natürlich ein Foto machen.

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Mit der Fähre fuhren wir nach Isla Mujeres. Die Insel hat uns sehr gut gefallen. Man kann alles laufen, super süße Stände und Restaurants, süße Gassen und eines der coolsten Hostels. Das Poc- Na es aus der 70er Jahren und einer der ältesten Hostels in México. Für weniger als 10€ die Nacht hatten wir Frühstück, Livemusik, eine Strandparty und ein super schönes Gelände mit Palmen und Hängematten. Wir waren am Playa Norte, welcher zu den 10 besten Stränden der Welt gehört. Es ist auch ein Traum, die Palmen, das super blaue helle, klare Wasser und der weiße Sand. Nur die Leute stören. Wir haben aber zwei super nette Leute aus Kanada kennengelernt, die uns Cocktails ausgaben und sagten wir sollten heimlich in der Pool von deren Hotel gehen. Wir haben uns viel über ernste, interessante, politische Themen und die Welt unterhalten. Am Abend gab es Live Musik und die Strandparty im Hostel.

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Weiter ging es nach Playa del Carmen. Sieht eher amerikanisch aus, es gibt eine super schicke lange Einkaufsstraße mit Malls und teuren Restaurants,aber das sieht nicht nach México aus, also fuhren wir schnell weiter auf die Insel Cozumel. Dort hatten wir ein tolles Hostel mit Pool und einer ganz ganz lieben Besitzerin. Wir haben uns ein Moped ausgeliehen und sind ganz viel über die Insel gedüst und haben sie erkundet. Cozumel ist echt schön. Abends im Pool lernten wir noch Leute aus Kanada kennen und am nächsten Morgen fuhren wir 17 Kilometer auf die Ostseite, um den Sonnenaufgang zu erleben. Danach machten wir eine Schnorcheltour, die war traumhaft. Ich hab noch nie so viele verschiedene bunte Fische und Korallen gesehen. Sogar Wale, Schwertfische und Rochen haben wir gesehen. Das Wasser ist toll zum Tauchen und Cozumel ist ein super Spot!

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Beim Ausleihen des Mopeds hat Juli als Pfand ihren Ausweis abgegeben, wir haben aber nicht dran gedacht, dass er uns den zurück gibt und der Typ auch nicht. Eine Woche später ist uns das dann auch erst aufgefallen haha. Ich habe meinen Bikini und ein Tuch vergessen in Rió Lagartos, aber ist nicht so wichtig, vielleicht schicken sie mir es zu und Juli schicken sie ihn zu. Wir haben uns an den Mexikanern ein Vorbild genommen und sind gelassen geblieben.

Nach Cozumel ging es zum schönen Tulum. Dort haben wir uns mal etwas gegönnt und uns ein richtig schönes Hotel für 3 Tage genommen. In einer Cabaña genau am Strand, in einem Resort voller Palmen und Sand. Wir hatten so viel die letzte Zeit gemacht, dass es gut tat auch einfach mal zu entspannen. Es war zuerst echt schwer nichts zu tun. Wir haben gelesen, Hörbuch gehört, geschrieben, lagen am Strand herum und haben lecker gegessen. Das Zentrum von Tulum ist nicht schön, dafür die Hotelzone am Meer. Im Zentrum gibt es gute Restaurants und Boutiquen. Die Hotels sind der Wahnsinn, nur teure, nur wunderschön, mit Holz und Palmen und alles Hippi und Boho. Es gibt so schöne Boutiquen, aber alles ist super teuer! Wir waren in dem günstigsten, von den teuren, aber es war ein Traum. Am letzten Tag waren wir noch in der Archäologischen Stätte, die nur 500 Meter von unserem Hotel lag. Das war beeindruckend, die Maya haben es sich richtig schön gebaut, direkt am Strand. Wir haben Wombats gesehen und viele Leguane.

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Fast an der Grenze von Belize war unser gemeinsamer vorletzter Stopp. Bacalar. Eine Lagune aus 7 verschiedenen Farben. Wir hatten ein super Hostel, waren mit einem Australier noch in einer Bar und haben Laura wieder getroffen. Die Lagune ist super warm, Süßwasser, hat tolle Farben. Beim Hostel gab es Schaukeln am Steg und wir sind zur anderen Seite mit dem Kayak gefahren und haben dort so unglaublich tolles, fast weißes Wasser gehabt. Bacalar hat mir fast am besten gefallen. Dort haben wir auch nochmal einige hübsche Traumfänger und Ohrringe gekauft. Die letzte Nacht verbrachten wir in Puerto Morelos, aber nur um nah an Cancun und für Juli am Flughafen zu sein. Dann war es an der Zeit sich wieder zu verabschieden. Es war eine wunderschöne Zeit mit ihr, wir haben ganz viel geredet, wie alles bei ihr so ist und über alles, was man nur mit seiner besten Freundin bequatschen kann. Beim Abschied kamen uns die Tränen und es war komisch sie wieder gehen zu lassen, aber jetzt fehlt echt nicht mehr viel. Die Zeit rast.

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Für mich ging es dann von Cancun nach Chiquilá und von dort mit der Fähre auf die Insel Holbox. Hier verbrachte ich noch drei wundervolle Tage für mich. Auf der Insel fahren keine Autos, nur Golfcars, was super entspannt ist. Das Meer ist flach, klar und das Zentrum total süß. Ich war am Strand, hab mich gesonnt, gelesen, bin in den Läden rumgeschlendert, habe leckere Shrimps gegessen und eine Gruppe anderer Deutscher kennengelernt. Mit ihnen bin ich einen Abend zum Punta Coco gefahren und dort gibt es Plankton, dass leuchtet. Wenn es nacht ist und dunkel, dann leuchtet das Meer. Das war unglaublich schön, mit den Sternen, dem Mond. Danach waren wir noch auf einer Strandparty und ich hatte einen super Abend mit lieben Leuten. Eine andere tolle Begegnung war mit einem Mexikaner und seinem Cousin der Argentinier ist. Ich hatte mich zufällig in einem Restaurant zu ihnen gesetzt und wir hatten geredet. Am Ende haben sie mich eingeladen, super nett und wir haben uns an den Strand gesetzt. Dort trafen wir auf zwei andere Argentinierinnen und wir redeten viel über das Leben. So war ich also gar nicht so viel alleine und hatte auch ein ganz süßes Hostel. Ich wollte gar nicht weg, lieber auf der einsamen Insel bleiben, im Paradies. Doch irgendwann ist alles vorbei. Nach 2 1/2 Wochen reisen flog ich dann nach Veracruz zurück und wurde lieb in Coatepec empfangen, es war wirklich als würde man nach Hause kommen.

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Es war eine nahezu perfekte Reise und ich bin unglaublich dankbar, dass es das erleben durfte und alles so glatt geklappt hat. Ihr müsst mal nach Yucatán in eurem Leben, es wird euch gefallen, das verspreche ich euch!

Brillar cómo la luz

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Ich lebe jetzt seit einem Monat mit meiner neuen Familie. Ich habe länger nicht geschrieben, da sehr viel los war. Viel schönes ist passiert, aber auch nicht so schönes. Ich fange mit dem Negativen an.

An einem Samstag haben uns unsere Koordinatoren zu einem Treffen mit allen Familien gebeten. Ich hatte schon im Gefühl, dass es was negatives sein wird, aber dass sie uns DAS sagen, hätte ich nicht gedacht. Veracruz ist ja eine rote Zone, dass hatte ich schonmal erwähnt und fast hätten wir auch schonmal wechseln müssen. Es hatte AFS México dann entschieden, dass wir Veracruz verlassen müssen und in einen anderen Staat wechseln müssen. Der Sicherheit wegen. Zum einen verstehe ich, dass sie Angst haben, dass uns etwas passiert und ja es sind ein paar unschöne Dinge in der Gegend passiert und es ist gefährlich. Mir wurden schon wirklich viele Dinge erzählt, dass die Leute auf offener Straße oder in Clubs ohne Grund erschossen werden, dass es nun gefährlicher ist, da die Wahlen im Juli beginnen und das vielen auch auf der Straße einfach die Tasche oder das Handy geklaut wird. Vielleicht sind die Vorurteile gegenüber México gar nicht so unbegründet, aber ich fühle mich sicher, ich gehe selbstbewusst durch die Straßen und habe gelernt, wie man in einem Land lebt, dass nicht so sicher ist. Keiner von den Teilnehmern hatte bis jetzt eine schlechte Erfahrung (wie gut!!) und in anderen Staaten schon. Es fehlt auch nicht mehr viel, noch ein wenig mehr als 3 Monate. Alle waren geschockt, am heulen, die Familien super sauer. Jeder hat seine Argumente rausgehauen, warum es keinen Sinn macht zu wechseln und jeder wollte hier bleiben.

Wir hatten dann entschieden, dass wir zusammen alles versuchen werden, damit wir bleiben können, denn keiner will für 3 Monate nochmal von neuem beginnen, mit Projekt, Familie, Freunde, für mich stand das von Anfang an außer Frage, da ich hier soo glücklich bin. Ich hab dann alles versucht was ich konnte. Habe an AFS Deutschland, International und México geschrieben, an die Botschaft, meine Eltern in Deutschland haben alles versucht und auch meine Gastmutter Nora. Marlen die Koordinatorin des Komitees hier in Xalapa hat auch alles mögliche versucht, damit sie uns nicht wegschicken. Nach ungefähr zwei Wochen kam dann die endgültige Entscheidung! Ich darf bleiben! Ich musste ein Formular unterschreiben und die Regeln werden strenger werden aber ich kann mein Freiwilligendienst hier zu Ende bringen, worüber ich unendlich froh bin! Leider können nicht alle bleiben, einige müssen wechseln, da sie minderjährig sind.

So und nun zu den anderen Geschichten. Ich hab mich super in meinem neuen Zuhause eingelebt. Tiz und ich teilen uns alles, Klamotten, Schminke. Wir verstehen uns super und quatschen auch viel über persönliche Dinge. Sie ist so super intelligent und hilft mir bei vielen Dingen. Sie holt mich manchmal irgendwo ab oder bringt mich wohin mit dem Auto, super lieb.

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Gleich am Anfang hat sie mich zu einem Geburtstag von ihrem besten Freund Nestor mitgenommen, der in einem riesigen Poolhaus in der Nähe von Chachalacas gefeiert hat. Es waren super viele Leute da, es gab Meeresfrüchte, Shrimps, ganz viel Bier und Musik. Von Mittags bis in die Nacht haben wir am Pool gechillt, getanzt, gegessen und uns gesonnt. Das Haus hatte sogar mehrere Zimmer, sodass Tiz und ich luxuriös geschlafen haben. Ich hab so auch ihre ganzen Freunde von der Politik kennengelernt. Alle super nett. Am nächsten Morgen ging es nach Chachalacas, denn ein Freund von Tiz hat dort ein Strandhaus. Ich war im Meer, wir haben Cocosnüsse geschlürft und dann hat der Freund für uns gekocht. Super leckeren, frischen Fisch mit Gemüse.

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Am nächsten Wochenende war eine Hochzeit von dem Cousin von Tiz. Vorher waren wir uns die Nägel und Augenbrauen machen. Hier ist das soo billig. Mein erstes Mal mit Acrylnägeln und falschen Wimpern, die einzeln Wimper für Wimper angeklebt werden. Man hat sich wie eine Prinzessin gefühlt! Die Hochzeit war toll. Meine erste mexikanische. Zuerst war die Trauung in der Kirche und dann die Feier in einem schönen Eventsalon. Es gab leckeres Essen, es wurde viel getanzt, kleine Spiele gespielt. Tony war auch mit und wir hatten alle einen tollen Abend.

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Ich war mit Nora und Tiz auch das erste Mal im Theater in México. Ich habe sogar alles verstanden und das Stück war toll, mit Schauspielern der Universität.

Durch die Events im Januar der Uni Veracruz hatte ich eine Mutter und ihre Tochter kennengelernt. Wir hatten uns gut verstanden, sodass sie mich dann eingeladen haben, einen Tag mit ihnen zu verbringen. Wir waren Pizza essen bei einem Italiener, wo die Pizza wirklich gut schmeckt, denn man findet kaum gute in México. Das Restaurant ist in Briones, was zwischen Coatepec und Xalapa liegt und dort gibt es eine Plaza wo ganz viele schöne Cafés, Restaurants und ein Park ist. Ich mag den Ort sehr, irgendwie ist er besonders!

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Ich hab ein paar neue Kollegen mit denen ich mich super verstehe. Wir waren schon zusammen nach dem Molino essen und die sind alles cool drauf. Manchmal gehen wir mit den Hunden raus, die sind schon etwas crazy, besonders Tigre. Und Estaban, die Ziege hat mich mit seinen Hörner erstmal richtig gestoßen, sodass mein halbes Bein blau war, aber so ist er zu allen Frauen:D

Sonst gucken wir manchmal Serien auf Netflix und chillen zusammen.

Nora macht mir jeden morgen mein Frühstück, dass ist so süß und so lecker. Immer gibt es frische Früchte, Porrige oder Quesadillas. Ich versuche mehr Homeworkouts zu machen, für Bauch, Beine, Po, auf der Terasse macht das echt Spaß und ich habe mir auch eine Yogamatte gekauft. Außerdem springe ich auch viel auf dem Trampolin.

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Ein anderer super schöner Ort ist das Casa Khalo in Xalapa. Die Wände sind mit Frida Khalo bemalt und es gibt gutes Essen. Am 8. April war dann der Internationalen Tag der Frauen und der ist in México echt wichtig. Tiz und ich waren auf einem Event, wo Frauen tolle Reden gehalten haben, wir alle eine Rose geschenkt bekommen haben, es Tanzvorführungen gab und ein Theaterstück.

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Ein anderes tolles Erlebnis war ein Frühstück mit dem Kandidat der Partei PRI für die Wahl im Juli. Er heißt Pepe und möchte der nächste Gouverneur von Veracruz werden. Die Jugendgruppe steht hinter ihm und Tiz und Nora sind auch in der Partei PRI. Sie hatten ihn und viele Studenten der Universidad Veracruzana also eingeladen, damit er mehr die Jugend unterstützt. Das ganze war sehr formell, er hat jeden einzelnen persönlich begrüßt und es wurden am Anfang die Handys eingesammelt, damit keiner Fotos macht. Tiz hat die Eröffnungsrede gehalten und sie kann wirklich super vor Leuten sprechen!

Eine Freundin von mir, Valeria hatte Geburtstag und Tony und ich waren eingeladen, es war eine nette Feier. Dort habe ich Michelle kennengelernt, die vor zwei Jahren ihren Freiwilligendienst in Coatepec mit AFS gemacht hat. Das war super cool über alles zu quatschen. Sie ist gerade für ein Monat wieder zu Besuch. Ein paar Tage später waren wir dann zu dritt und einem Freund von Vale in Cinco Palo, etwas dörflicher in der Gegend. Dort haben wir coole Fotos gemacht und waren dann in dem Restaurant von dem Freund essen. Da gab es Forelle mit einer Erdnusssoße, super lecker.

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Die Cousine von Tiz ist Lehrerin und hat in ihrer Grundschule einen Talentwettbewerb veranstaltet, wofür sie eine Jury brauchte. Ich war dann also einen Tag nicht im Molino, sondern hab die Kinder bewertet. Es gab Zeichnungen, Gedichte, Musik, Tänze, Singen. Ich war dann mehr die Jury fürs Tanzen und sollte dann nach jedem Talent Tipps geben oder was sie verbessern könnten. Es hat super viel Spaß gemacht und alle sind immer so interessiert an mir und freundlich und glücklich wenn ich helfe. Mich macht es auch glücklich, dass ich gebraucht werde, durch solche Projekte total tolle Menschen kennenlerne und sehr viel lerne.

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Als letztes das Highlight von allem. Meine kleine Reise zum Festival ‚Cumbre Tajin‘ mit Tony und seinen Eltern. Am Freitag gings los nach Papantla, im Norden von Veracruz. Die Familie von Tony wohnt ihn Papantla, sodass wir bei denen übernachten konnten. Das Cumbre Tajin ist ein Kulturfestival. Sein Ziel ist es, das kulturelle und archäologische Erbe der Heiligen Stadt von El Tajin zu bewahren und zu fördern. Es gibt Zeremonien, Workshops, Rituale, alternative Therapien, einheimisch Spiele, Konzerte, Tanz, Zirkus, Konferenzen, Ausstellungen.

Am Freitag kam die Band Café Tacvuba, die super coole Musik macht. Auch andere coole mexikanische Bands haben wir gesehen. Michelle und ihr Gastbruder waren auch da. Es war so schön mal wieder auf einem Festival zu sein, in der Menschenmenge zu tanzen! Das Gelände ist ein Park und echt schön gestaltet. Unser Mitternachtssnack waren dann leckere Quesadillas und bis in die Nacht waren wir noch auf dem Festival. Am Samstag haben wir uns dann Papantla angeguckt. Den Park, den Markt und ganz berühmt die Voladores. Fünf Männer klettern auf einen etwa 25 Meter hohen den palo volador hoch, an dessen Spitze eine Plattform angebracht ist. Vier Männer binden sich ein Seil um, während der fünfte auf dem Pfahl Platz nimmt und eine Flöte und Trommel spielt. Danach lassen sich die vier Männer kopfüber langsam mit 13 Drehungen auf die Erde nieder.

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Ich habe mir ein traditionelles Kleid gekauft, einen Fächer und ein Haarband. Es gab so tolle Sachen dort. Später sind wir dann zur Archäologischen Stätte Tajin. Super beeindruckend! Und dann gings nochmal aufs Festivalgelände. An dem Tag haben wir uns alles angeguckt was es sonst noch gab, sie Stände, Souvenirs, Workshops, Hängematten in denen man chillen konnte. Zu einer super tollen cubanischen Band haben wir dann noch etwas Salsa getanzt.

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Am Sonntag gings dann zur Costa Esmeralda, wo die Eltern von Tony ein Strandhaus haben. Es ist sehr einfach, aber fast direkt am Meer und die Küste ist schön. Wir haben uns am Strand gesonnt und waren Abends lecker Fisch essen. Ich verstehe mich super mit den Eltern. Am Montag ging es dann leider zurück. Auf dem Rückweg haben wir Halt bei Ruinen gemacht und waren in Villa Rica. Da will ich unbedingt zurück, da ist das Wasser super blau, es gibt Dünen und ja es ist einfach super schön!

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Ich habe mich mal wieder mit Juan, meinem vorigen Gastbruder getroffen, war viel tanzen und auf einigen Fiestas. Auf ner Karaokeparty, wo ich mich wirklich getraut habe auf Spanisch zu singen, auf dem Geburtstag von der Oma und auf nochmal auf einer Hochzeit. Jetzt haben alle erstmal Ferien, da die Semana Santa ist. Ich war viel mit Tony unterwegs die letzten Tage. Er hat mir die verschiedensten Sachen gezeigt. Wir waren bei einer Hacienda und mit seinen Eltern in Micoxtla, wo sie eine Cabaña haben. Einmal war ich schon dort, aber jetzt haben sie noch viel mehr angebaut am Haus und alles ist selbstgemacht. Der Fluss und die Landschaft sind echt schön dort. Tony ist im Moment richtig kreativ und macht ganz viele Dinge selbst wie Instrumente für seine Salsa Klassen und mir hat er eine Lampe gebaut.

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Hier seht ihr nochmal einen Einblick, wie ich wohne:

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In 5 Tagen kommt schon meine beste Freundin aus Deutschland zu Besuch, ich kann es gar nicht glauben, das wird so cool wenn ich sie wieder in meine Arme schließen kann und sie alles kennenlernt.

Midstay Camp, Guanajuato, San Miguel de Allende und Familienwechsel

Ich hab eine aufregende Zeit hinter mir. Es war alles so unglaublich schön, dass ich wieder zurück will.

Zuerst einmal war das Midstay Camp von AFS in México City. Es ist jetzt genau Halbzeit meiner Zeit oder schon ein bisschen mehr. Eigentlich sind es weniger als 5 Monate bis mein Projekt endet und dann ist nur noch mein Monat zum reisen. Ich muss jetzt alles nochmal genießen, denn die Zeit wird rasend schnell vergehen!

Es war super schön die 30 anderen Deutschen wieder zu sehen, mit denen ich nach México geflogen bin und besonders meine liebe Meike wieder zusehen. Mit ihr war ich bei der Vorbereitungswoche und wir hatten uns sehr gut angefreundet, sie kommt lustigerweise auch aus Hannover, aber wir kannten uns vorher nicht. Mit allen haben wir uns in den 4 Tagen sehr viel ausgetauscht, über unsere Erfahrungen bis jetzt, wie es uns in unseren Gastfamilien und Projekten geht. Ich habe glaube ich ziemlich Glück mit meinem Projekt gehabt, viele meinten dass sie gerne mein Projekt hätten. Manche haben nicht so viel tun oder ihnen gefällt es nicht so, dafür haben die meisten denke ich eine tolle Familie. Die Teamer von AFS México haben mit uns einige Aktivitäten gemacht, um unsere Zeit bisher zu reflektieren und was wir noch verbessern können. Man konnte Probleme oder Wünsche ansprechen und wir haben auch einen Ausflug nach Xochimilco gemacht. Das ist ein Stadtteil von México City und dort gibt es eine Flusslandschaft, wo ganz bunte, farbenfrohe Boote mit Tischen fahren. Man fährt dann ca. 4 Stunden auf dem Boot, mit einem kleinen Bierchen und Musik. Immer wieder kommen andere Boote vorbei und wollen dir Essen, Trinken oder Souvenirs verkaufen. Später gab es noch leckere Quesadillas. Es hat echt Spaß gemacht. Danach waren wir noch im Stadtteil Coyoacán und sind etwas rumgeschländert. Außerdem haben wir einen Tag als Freiwillige bei der Organisation ‚Alimentos para todos‚ geholfen und Lebensmittel sortiert, die gespendet werden. Das war eine tolle Aktion. Natürlich haben wir versucht untereinander Spanisch zu sprechen, aber oft fällt man dann wieder ins Deutsche. Obwohl ich sagen muss, dass mir manchmal jetzt Wörter in deutsch fehlen.:D

Von México City ging es für mich dann alleine weiter nach Guanajuato. Ich hatte meine erste Erfahrung mit der Metro zu fahren. Ich hatte schon ein wenig Respekt, weil manchen von den anderen schon Sachen geklaut wurden. Doch die Metro war zum Glück nicht voll. Vom Busterminal ging es dann ca. 4 1/2 Stunden nach Guanajuato. Ich muss sagen, die Busse sind sehr, sehr modern. Viel besser als in Deutschland. Alles ist top organisiert, mit dem Gepäck, man bekommt Wasser und einen kleinen Lunch. Die Sitze sind super gepolstert, man hat viel Platz und jeder hat seinen eigenen Fernseher, mit super Filmen und Musik. In Guanajuato angekommen, bin ich erstmal in mein Hostel gelaufen. Man musste 175 Stufen nach oben gehen, aber es lohnt sich. Das Hostel ist der hamma. Ein pinkes Haus, super süß gestaltet, mit ganz vielen Details und Kakteen, Sprüchen. Oben gab es eine Dachterasse mit Blick über die ganze Stadt und die Berge. Das Frühstück war auch sehr sehr gut und im Preis mit einbegriffen. Es gab Früchte, Pan, Café, frischen Saft und eine mexikanische Spezialität, wie Tamales oder Chilaquiles.

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Ich hab in einem Gemeinschaftsraum geschlafen, wo ich zuerst dachte, dass das komisch sein wird, aber ich mochte es total. Es war generell meine erste richtige Reise alleine und mir hat es super gefallen. Komischerweise gibt es in Guanajuato ganz viele Touristen aus Südkorea. Am Anfang hatte ich nur Südkoreaner im Zimmer. Doch später hab ich noch einen aus Kanada und eine aus Chile kennengelernt, mit der ich mich sehr interessant über die Unterschiede des Spanisch unterhalten hab. Für vieles haben die Mexikaner und Chilenen total andere Wörter.

In meinen 2 1/2 Tagen in Guanajuato habe ich sehr viele schöne Orte gesehen. Es ist wie ein Tal mit Kolonialbauten. Ich bin viel im Zentrum herumgeschlendert, habe mir Kirchen, Sehenswürdigkeiten, die Universität, das tolle Theater und Museen angeguckt. Besonders gefallen hat mir das Diego Rivera Museum! Er ist dort geboren. Es gibt unglaublich viele schöne Sachen und Souvenirs zu kaufen. Guanajuato ist eine Silberstadt. Es gibt noch Minen, die aktiv sind. Ich habe mir eine Kette und einen Ring aus Silber gekauft, mit dem Kalender der Akzteten. Silber ist hier viel billiger als in Deutschland. Außerdem war ich in einer Boutique, wo es super schöne Klamotten gab. Gegessen habe ich auf dem Markt oder in kleinen süßen Cafés. In den Straßen macht es einfach Spaß herumzulaufen und Sachen zu entdecken. Die Häuser sind in vielen verschiedenen Farben. Wenn man mit einer Seilbahn nach oben fährt, hat man einen tollen Blick über die Stadt und sieht, wie farbenfroh die Stadt ist. Ganz berühmt ist die Callejon de Beso. Die Geschichte ist, dass in der Straße eine Familie wohnte, deren Tochter sich in einen Nachbarn verliebte. Sie durften sich nicht sehen, aber sie tauschten verstohlene Küsse auf den Balkonen, da sich diese in der Straße fast berühren.

Um in den Cafés etwas zu tun zu haben, da man ja nicht immer wen zum reden hat wenn man alleine reist, habe ich mir das Magazin Algabaria gekauft. Das ist super interessant, diesen Monat war das Thema Mode. Es hat mir der Inhaber des Hostels empfohlen. Ein weiteres Highlight war der Ex Hacienda San Gabriel de Barrera. Das war ein Wohnhaus und ist heute ein Museum. Mit prachtvollen europäischen Möbeln. Es war einer der schönsten Gärten, die ich je gesehen hab und ich war ganz alleine, es war so super ruhig. Man kann dort auch Events feiern, ich kann mir vorstellen, für eine Hochzeit wäre es der perfekte Ort!

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Dann ging es weiter nach Dolores Hidalgo. Ich hab ein paar Stunden in dem Pueblo verbracht. Der Hauptplatz ist sehr schön und das Casa Hidalgo auch, um mehr über die Geschichte des Ortes zu erfahren. Hier begann die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung. Am 16. September rief Pfarrer Miguel Hidalgo den Grito de Dolores (schrei nach Unabhängigkeit) aus. Hidalgo ist heute einer der am meisten verehrten Helden in México.

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Danach ging es weiter nach San Miguel de Allende. Alle Orte sind sehr nah bei einander. Ich ging auch erstmal in mein Hostel. La Catrina hieß es. Ich hatte super Glück mit den Hostels, denn auch dieses war super schön. An der Rezeption begrüßte mich ein netter Mexikaner, ungefähr in meinem Alter und zeigte mir alles. Ich schlief mit einer anderen Deutschen und einer Holländerin in einem Zimmer, die auch super lieb waren.

Ich hab mich in San Miguel verliebt. Es ist nicht ohne Grund eine der schönsten Städte der Welt und ist seit 2008 Weltkulturerbe. Es gibt viele Touristen, besonders aus den USA und viele wohnen dort auch, aber es ist auch zu schön. Architektur aus der Kolonialzeit. Jedes Haus ist besonders, jedes Haus ist wunderschön, in bunten Farben, mit Blumen an den Wänden, Kakteen auf dem Dach. Viele koloniale Gebäude, viele sagen es sei das Europa von México und ja man fühlt sich in den Gassen ein wenig wie im Süden von Italien. Ich war in einigen Museen, toll ist das von Ignacio Allende, in sehr sehr vielen Kirchen, denn ist es gibt sehr viele Kirchen. Besonders sehenswert ist die Parroquia de San Miguel Arcángel.

 

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Der Hauptpark ist auch super schön und man kann auch einfach stundenlang durch die Straßen gehen und Galerien und Cafés entdecken. Es gibt mehr Kunstgalerien als Cafés sagt man. In der Nähe des Hostels ist ein Viertel, welches Guadalupe heißt und das hat mir mit am besten gefallen. Es ist ein Streetart Viertel. Viele Häuser sind super cool angemalt. Für Fotos ist das der perfekte Ort, denn hier gab es die schönsten Häuser. Den Ort hat mir der Rezeptionist gezeigt. Es war super einen Local zu haben, denn er hat mir die nicht touristischen Orte gezeigt. Am Tag, als ich angekommen bin, war Valentinstag und eigentlich ist das kein wichtiger Tag für mich. Für die Mexikaner schon, deshalb waren überall Paare, Herzen, Blumen und Ballons in der Stadt zu sehen. Ich hatte mich drauf eingestellt, was ruhiges alleine am Abend zu machen, doch der Mexicaner des Hostels fragte mich, ob wir nicht in eine Bar gehen wollen. Also hatten wir dann einen lustigen Abend, waren in einer coolen Rooftopbar mit Livemusik. In den weiteren Tagen haben wir dann noch ein paar Sachen zusammen gemacht, er hat mir das leckerste Restaurant für Burittos und das leckerste Café für Churros gezeigt. Er reist jetzt erstmal nach Kolumbien, meinte aber, dass er mich mal besuchen kommt in Veracruz und ich denke ich werde auch nochmal nach San Miguel gehen.

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Außerdem war ich im Jardín Botanico El Charco del Ingenio. Das war eher wie so ein großes Naturschutzgebiet. 88 Hektar. Mit einem See, Ruinen, tausenden Kakteen, Gewächshäuser, einem Cañón und einen tollen Blick auf San Miguel. Ich war dort mit einer Deutschen aus dem Hostel und wir haben uns super verstanden. Ich glaube sie war so etwa 30 und ist schon super viel gereist, meist alleine. Außerdem waren wir zusammen bei Aguas Termales. Es war eigentlich wie ein Schwimmbad, nur dass das Wasser von Natur aus extrem heiß ist. Manchmal schon zu warm, denn auch das Wetter spielte perfekt mit. Die ganzen Tage war immer strahlende Sonne und 26 Grad. Dort gab es auch eine Grotte, wo man hinein schwimmen konnte und dort war es viel wärmer als Badewannenwasser!

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Insgesamt habe ich glaube ich in der Woche alles ausgenutzt, was ich konnte. War von morgens bis abends unterwegs, habe neue Freundschaften geschlossen und tolle Orte gesehen. Ich weiß jetzt, dass alleine Reisen etwas ist, wovor man keine Angst haben muss, was richtig Spaß macht, weil man frei ist und alles machen kann was man will und viele Leute kennenlernt. Es war eine wunderschöne Reise und ich will schon wieder zurück. Auf meiner Rückreise hatte ich einen Stopp in México City und hab mir noch kurz das historische Zentrum angeschaut, was echt schön ist. Ich kenne noch nicht so viel von der Stadt, sie ist so riesig, ich muss nochmal alles richtig besichtigen.

 

Komm ich mal zu den Sachen die sonst noch so passiert sind. Vor meiner Reise hatten ich einen tollen Abend mit meinen Kollegen, da nun einige ihren Servicio Social abgeschlossen haben, war es sowas wie ein Abschiedstreffen. Es gab leckeren Tequila und wir haben viel gequatscht. Außerdem war ich auf einem Salsaevent mit Tony, wo wir super viel getanzt haben.

Die größte Veränderung ist wohl, dass ich vor einer Woche meine Gastfamilie gewechselt habe. Es gab einige Gründe, die ich nicht weiter ausführen will, aber es ist für beide Seiten das Beste und ich freue mich sehr nochmal ein neues mexikanisches Familienleben kennenzulernen. Mit meiner alten Familie, bin ich im guten gegangen, wir verstehen uns gut, sie werden immer ein Teil von meinem Jahr bleiben und ich bin sehr dankbar, für alles was sie mir gegeben haben. Ich habe sehr viel gelernt und sie waren eine herzliche Familie. Mit Juan meinem Gastbruder werde ich immer noch was machen, er wird immer mein Bruder bleiben. Für ihn war es sehr schwer, dass ich gegangen bin.

Der Abschied war etwas komisch, aber die Begrüßung der neuen Familie umso schöner. Sie hatten eine Girlande aufgehangen mit: Bienvenida Lea. Ich lebe nun mit meiner Gastmama Nora und ihrer Tochter Tizania zusammen. Tizania kannte ich schon vorher. Das Haus ist super schön, es liegt mehr ländlicher in Coatepec. Ich habe ein Zimmer mit Tizania, aber sie hat ihren Bereich oben, ich meinen unten, sodass jeder seinen Freiraum hat. Es gibt eine Terrasse, einen Garten mit Trampolin und viele Tiere. Sie haben 4 Hunde, die aber draußen sind, 5 Katzen im Haus, super süße und eine Ziege. Klingt viel aber ich finds cool. Die Ziege ist so süß! Esteban heißt er. Die Hunde Niebla, Obama, Tigre und Café. Die Namen der Katzen muss ich noch lernen haha. Nora ist super lieb. Sie macht mir morgens Frühstück und ein Lunch für Molino und wenn ich zurück komme hat sie für mich gekocht. Sie fragt mich, was ich gerne mag und kauft es dann für mich, total lieb.

Tizania und ich verstehen uns auch super. Die beiden machen viel in der Politik und sind in der Partei PRI aktiv. Sie hat mir das ganze politische System erklärt, was super interessant war, da ich nur wenig darüber wusste. Ich will unbedingt mal mit zu einem Treffen und zu ihrem Flamenco Kurs, sie tanzt super gut. Das tolle ist, dass sie auch gerne reist. Ich glaube wir werden gut klar kommen. Sehr interessant ist auch die Geschichte des Vaters. Leider ist er vor 3 Jahren verstorben. Er war aus Spanien und berühmt, da er Künstler war. Er hatte wirklich Talent, denn alle Bilder und Fotografien, die im Haus hängen, waren von ihm. Die sind wirklich schön. Sie erzählen ganz viel von ihm, er hat wohl auch mal in Deutschland für eine Zeit gewohnt. Mal schauen wie das alles so wird, aber ich freue mich sie noch näher kennenzulernen und ich glaube es wird eine gute Zeit.

Ich glaube ihr merkt, mir geht es sehr gut, ich bin glücklich und hoffe, dass es so bleibt! ❤️